Aktionen, die wir unterstützen:

-----------------------------------------------

Heraus zum 100. Frauenkampftag*! My Body My Choice reloaded!

Aufruf zur Demonstration am 8. März 2011 in Marburg, 18 Uhr, Elisabeth-Blochmann-Platz

Unterstützungsbekundungen bitte per E-Mail an:
prochoice[KEIN SPAM]marburg@gmail.com

Die Veranstaltungsreihe „My Body My Choice reloaded“ des Autonomen FrauenLesbenReferats Marburg, die von Ende Januar bis Anfang Februar verschiedene feministische Themen beleuchtete, hat einmal mehr gezeigt, dass antifeministische Einstellungen gesellschaftlich wirkmächtig sind und in den letzten Jahren verstärkt zum Ausdruck kommen. Thematisiert wurde u.a. die Gesetzgebung rund um den Schwangerschaftsabbruch, die Frauen nach wie vor nicht erlaubt, selbst über ihr Leben zu bestimmen, die gesellschaftliche Stigmatisierung von Lebensentwürfen von Frauen ohne Kinder und der antifeministische Gegenwind, der Vertreter_innen von Frauenrechten entgegenkommt, z.B. durch die einflussreiche US-amerikanische Tea-Party-Bewegung.
Dies ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt der (neuen) Herausforderungen, denen Frauen, in diesem Falle vor allem in der westlichen Welt(1) , ausgesetzt sind. Nennen könnte man in diesem Zusammenhang etwa noch die erstarkende Väterrechtsbewegung, die in Deutschland vor allem durch ihre Opposition zu Frauenhäusern auffällt, oder der wachsende Einfluss evangelikaler Strömungen, die für die Propagierung eines homophoben und frauenfeindlichen Weltbilds stehen. In Marburg wurde Letzteres auch und vor allem beim evangelikalen „Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ 2009 deutlich, der von massivem Protest begleitet wurde. Dass Marburg als Kongressort ausgewählt wurde, ist, nebenbei bemerkt, kein Zufall: Unter anderem der evangelikale Marburger Christus-Treff bringt jeden Donnerstag 200 junge Anhänger_innen christlich-konservativer Werte im Gottesdienst zusammen.
Besonders die neuerlichen Angriffe auf das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Frauen geben heute akuten Anlass zur Wiederaufnahme eines Kampfes, der „My Body My Choice“ wieder zur zentralen Forderung machen muss. Die Einschränkung der körperlichen Autonomie von Frauen durch die Verschärfung des Gesetzes zum Schwangerschaftsabbruch im Jahr 2010 wollen und können wir nicht hinnehmen. Der § 218 ist ein weiteres Mal Symbol für den frauenfeindlichen Reflex konservativer, gesellschaftlicher Gruppen.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass Frauen auch in den westlichen Industrieländern immer noch und auf immer neue Arten und Weisen daran gehindert werden, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen und Regeln zu leben – jenseits eines Daseins als Abbild einer medial gepushten „Alpha-Frau“, die lediglich die Regeln einer männlich dominierten Arbeitswelt verinnerlicht. Dies führt unserer Ansicht nach nicht zur Emanzipation, sondern zur fortgesetzten Stärkung von kapitalistischen, rassistischen und sexistischen Spielregeln.

Warum also eine Demonstration am 8.März?
Wir nehmen den diesjährigen 100. Frauenkampftag zum Anlass, den feministischen Kampf neu zu besetzen.
Historisch steht der Frauenkampftag seit 1911 für den Kampf organisierter Frauen innerhalb der sozialistischen Bewegung um das Frauenwahlrecht. Wir sehen uns in der Tradition der vielen Generationen von Frauen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen für Frauenrechte gekämpft haben.
Heute müssen wir den subtileren Angriffen auf unsere Rechte allerdings neu begegnen und gemeinsam neue Strategien entwickeln. Dabei wollen wir nicht den Status Quo verteidigen, sondern weiterhin für ein Fortschreiten der emanzipatorischen Bewegung aktiv werden.
Über den Sinn und Unsinn, den Internationalen Frauentag als Frauenkampftag für die Formulierung feministischen Widerstands zu nutzen, ist viel gestritten worden. Nicht zuletzt regt sich Kritik auf Grund der Vereinnahmung des Tages durch große staatliche Organisationen. Gerade die Tatsache, dass sich im (Partei-)politischen Rahmen heute keine bemerkenswerte Opposition zu einem antifeministischen Backlash formiert, zeigt uns eines ganz deutlich: Wir müssen den Frauenkampftag mit unseren Themen besetzen und nach unseren Bedürfnissen gestalten.

Wir müssen den feministischen Kampf selbst führen.

Wir kämpfen für die Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe umzusetzen, Kinder zu haben oder keine Kinder zu haben, zu lieben, wen wir wollen, und uns nicht patriarchalen Vorstellungen von Frauen als Objekten zu unterwerfen.

MY BODY MY CHOICE! Für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen!

08.03.2011 – 18 Uhr – Elisabeth-Blochmann-Platz, Marburg

http://prochoicemarburg.blogsport.de/

*all gender welcome

(1) Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es von unserer Position aus unmöglich ist weltumspannend für ALLE Frauen mit oft sehr unterschiedlicher Alltagsrealität zu sprechen und sehen dies natürlich als Defizit an.

-----------------------------------------------


Demonstration „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“

Gegen den Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg
Do., 21.5. 2009
10:30h Hbf Marburg

In der Zeit vom 20. bis zum 24. Mai findet in Marburg der „6. internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ statt. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft wollen reaktionäre evangelikale Kräfte einen Kongress veranstalten, gegen den sich breiter Widerstand formiert hat.
Organisiert wird der Kongress von der „Akademie für Psychotherapie und Seelsorge“, die sich besonders durch die Verknüpfung von therapeutischer Beratung mit christlich evangelikalen Lebensvorstellungen hervortut. Es sind über 100 Workshops geplant, die sich unter anderem mit Themen aus dem Bereich Sexualität und Identität beschäftigen. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbreiten einzelne Referent_innen ein konservatives Bild von der heterosexuellen Ehe als einziges Lebensmodell und stigmatisieren Homosexualität als krankhaft und nicht erwünscht. Insgesamt offenbart die Auswahl der Referent_innen ein erzkonservatives und zutiefst reaktionäres Weltbild.
Unser Protest richtet sich auch nicht nur gegen ein, zwei oder drei Workshops oder Referent_innen auf dem Kongress, sondern vielmehr gegen die homophobe und religiös-fundamentalistische Ausrichtung der evangelikalen Bewegung.
Deshalb werden wir den Kongress verhindern!

Evangelikale
Evangelikale sind eine rückwärtsgerichtete Strömung innerhalb des Protestantismus, die sich durch fundamentalistische Bibelauslegung, Absolutheits- und Missionierungsanspruch auszeichnet und die nach gesellschaftlichem Einfluss streben. Ein Beispiel hierfür ist der Marburger Christus Treff, dessen wöchentliche Gottesdienste großen Anklang finden.
Roland Werner, Leiter des Christus Treffs, Vorsitzender des Jugendkongresses Christival 2008 und geheilter Homosexueller, soll eines der Hauptseminare halten. Auch Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz von der Offensive Junger Christen (OJC) will dort sprechen.
Eine Reihe von evangelikalen Organisationen (exemplarisch sei Wuestenstrom genannt), die auf dem Kongress vertreten sind, haben die vermeintliche Heilung von Homosexualität als einen ihrer Themenschwerpunkte.

Homophobie
Homophobes Verhalten äußert sich in einem breiten Spektrum von Nichtakzeptanz bis hin zu offener Gewalt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensformen. Betroffen von Homophobie sind jedoch nicht nur Homosexuelle, sondern alle Menschen mit einer von der heterosexuellen Norm abweichenden sexuellen Identität (z.B. Transsexuelle). Probleme, die viele Homosexuelle mit ihrer sexuellen Identität haben, werden nicht durch die Homosexualität selbst, sondern durch das heterosexistische Umfeld verursacht, welches ein freies Ausleben homosexueller Neigungen, vor allem in der schwierigen Coming out-Phase, stark erschwert. Die Ursache für offene und versteckte Homophobie ist im tief in unserer Gesellschaft verankerten Heterosexismus zu suchen.

Heterosexismus
Unter Heterosexismus versteht man ein Welt- und Menschenbild, in dem die heterosexuelle Lebensform als einzig „normale“ bzw. „moralische“ Form menschlicher Partnerschaft dargestellt wird. Die Organisation „Wuestenstrom“ bietet nach eigenen Aussagen Hilfe bei der Identitätssuche als Mann oder Frau an. Hier wird zunächst einmal deutlich, dass es für „Wuestenstrom“ lediglich die Identitäten Mann oder Frau gibt. Der 1. Vorsitzende dieser Organisation, Markus Hoffmann, ist einer der Referenten auf dem Kongress und bietet ein Seminar zu „Reifung der Identität als Frau und als Mann“ an. Besonders deutlich wird der Heterosexismus und ein binäres Geschlechterbild vieler Evangelikaler und einiger Referent_innen des Kongresses an ihrer Positionierung zu homosexuellen Lebenspartnerschaften. Dr. Christl Ruth Vonholdt, Leiterin des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG) und Referentin auf dem Kongress, sagte in der Oberhessischen Presse vom 24.04.09: „Wir wenden uns nicht nur gegen die ,homosexuelle Ehe und Familie´, sondern auch gegen die polygame Ehe, die ,Geschwisterehe´ sowie gegen Formen bisexueller Ehe […] Die Umdeutung von Ehe und Familie ist kulturzerstörend.“
Vonholdt hat gemeinsam mit Markus Hoffmann und Norbert Geis (MdB, CSU) ein Buch veröffentlicht. Geis ist einer der Unterstützer_innen einer Initiative, die den Kongress gegen unsere Kritik in Schutz nehmen will und u.a. von der Jungen Freiheit, dem Hauptorgan der Neuen Rechten, beworben wird. In dem angesprochenen Buch heißt es: „Es ist an der Zeit, dass diese Lebensform endlich auch in der Öffentlichkeit als das bezeichnet wird, was sie ist: die Perversion der Sexualität.“

Kein Raum
Aus diesen Gründen sind nicht nur einige Seminare oder Referent_innen abzulehnen. Wir wollen den Kongress in seiner Gesamtheit verhindern und ihn als Symbol einer rechtskonservativen Meinungsmache bekämpfen. Die genannten Referent_innen sind nur die Spitze des Eisberges, die innerhalb des Kongress und der evangelikalen Bewegung eine breite Akzeptanz erfahren.
Die Kongressworkshops sollen in öffentlichen Räumen, wie dem Hörsaalgebäude der Universität, der Stadthalle und der Martin-Luther-Schule Platz, finden. Das Bereitstellen öffentlicher und universitärer Räume stützt die Behauptung, bei dem Kongress handele es sich um eine wissenschaftliche Veranstaltung. Der Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Egon Vaupel (SPD), und Unipräsident Volker Nienhaus sind dadurch mitverantwortlich dafür, dass pseudowissenschaftliche Seminare ihren Platz im öffentlichen Diskurs finden.
Wenn anderen Menschen ein Lebensentwurf aufgedrückt werden soll, der ihren Gefühlen, Bedürfnissen und Vorstellungen widerspricht, hat dies nichts mehr mit Toleranz oder Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist schlicht und einfach diskriminierend und menschenverachtend.
Daher fordern wir die Absage des Kongresses und sprechen uns für ein freies und selbstbestimmtes Leben aus, in dem alle Menschen leben und lieben können, wen und wie sie wollen!
no place blog

-----------------------------------------------

Verschwörungsideologie blockieren!

Kein Raum für Sexismus, Antisemitismus, NS-Relativierung und die irrationale Verzerrung der Wirklichkeit – weder im ›Club Voltaire‹, noch anderswo
09.10.2009, 18 Uhr, >Club Voltaire< (Kleine Hochstrasse 5)

Als Gäste, Freund_innen und Mitstreiter_innen haben wir den >Club Voltaire‹ als Ort der kritischen Auseinandersetzung mit Kapitalismus und Gesellschaft kennen und schätzen gelernt. Umso mehr sind wir entsetzt, dass die Programmgruppe und die Mehrheit des Vorstands ungeachtet der von vielen Seiten vorgebrachten Kritik beschlossen hat, den Club für das verschwörungsideologische Spektrum zu öffnen: Am 9. Oktober soll eine Veranstaltung mit der Gruppe ›Arbeiterfotografie‹, dem Hiphop-Duo ›Die Bandbreite‹ und dem Verschwörungstheoretiker Elias Davidsson stattfinden. Wir werden nicht zulassen, dass den sexistischen, homophoben, antisemitischen und die NS-Verbrechen relativierenden Positionen dieser Spinner eine Plattform gegeben wird. Kommt am Freitag um 18 Uhr (pünktlich!) in die Kleine Hochstraße 5 zur friedlichen Blockade des Club Voltaire!

»es gibt sachen, die sind so falsch, dass nicht einmal ihr gegenteil richtig wäre.« (karl kraus)
Die Gruppe ›Arbeiterfotografie‹ – einst ein größerer Zusammenschluss sozialkritischer Fotograf_innen – propagiert heute nur noch eine traurige Karikatur von Gesellschaftskritik. Auf ihrer Website verbreitet die Gruppe wüste Verschwörungspolemik. Im Zentrum steht eine vermeintliche Schattenherrschaft israelischer und US-amerikanischer Geheimdienste, die etwa für die Anschläge vom 11. September 2001, den Unfalltod des FPÖ-Politikers Jörg Haider oder die jüngste Revolte im Iran verantwortlich gemacht werden. Auch in der NPD und anderen Nazis sieht die ›Arbeiterfotografie‹ – wie auch Elias Davidsson – geheimdienstlich gesteuerte Instrumente.
Die Behauptung einer Allmacht des israelischen Geheimdienstes bedient nicht nur das antisemitische Stereotyp der im Verborgenen herrschenden Juden, sondern geht im Fall der ›Arbeiterfotografie‹ mit der Relativierung von NS-Positionen einher: Diese werden als eigentlich plausible Auffassungen dargestellt, die nur deshalb marginalisiert seien, weil nicht näher benannte Kreise sie systematisch als »rechtsextrem« etikettieren ließen, um so irgendwelche »Enthüllungen« zu unterbinden. Zu solchen »Enthüllungen« zählt die ›Arbeiterfotografie‹ offenbar die von ihr dokumentierten Texte und Plakate zur jüngsten Eskalation im Gaza-Streifen, die laufend israelische Militäraktionen mit NS-Verbrechen gleichsetzen und so die Shoa relativieren. Da passt es ins Bild, dass die ›Arbeiterfotografie‹ auf ihrer Website Texte des Rassisten und Antisemiten Jörg Haider präsentiert.

»alles, was zu dumm ist, um gesprochen zu werden, wird gesungen.« (voltaire) – die bandbreite hat in linken räumen immer noch nichts zu suchen
Der geplante Auftritt des Duisburger HipHop-Duos ›Die Bandbreite‹ ist nicht weniger unerträglich. Indem sie sich als Opfer einer vermeintlichen Kampagne der Mächtigen inszeniert, umgibt sich die Band mit dem Nimbus des Rebellischen, obwohl sie zutiefst rückwärtsgewandte Auffassungen vertritt: Frauen wird in den Texten nur eine einzige Rolle zugestanden – als fleischgewordene Objekte des Verlangens heterosexueller Männer. Der Song »Eingelocht« ist eine kaum verhüllte Vergewaltigungsphantasie, in der sich die zwei Sänger über eine Frau hermachen, die das so nicht will, aber für ihren Ungehorsam brutal »bestraft« wird. In einem anderen Song wird Schwulsein als defizitär dargestellt.
Auch ›Die Bandbreite‹ verbreitet wirre Verschwörungsparanoia und behauptet etwa, die USA hätten den japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 selbst inszeniert, um einen Vorwand für den Einstieg in den Zweiten Weltkrieg zu schaffen. Eine ganze Reihe zeitgeschichtlicher Ereignisse wird in den Songs auf konspirative Aktionen zurückgeführt, schuldig sind natürlich immer: die USA. Angesichts dieses Weltbilds verwundert es nicht, dass ›Die Bandbreite‹ immer öfter auf Nazi-Websites vorgestellt und wohlwollend kommentiert wird. Die Band hat sich zwar identitär, nie aber inhaltlich von Nazis abgegrenzt und 2007 etwa der Rechtsaußen-Zeitschrift Junge Freiheit ein Interview gegeben. Auch ›Die Bandbreite‹ relativieren NS-Verbrechen, indem sie etwa antifaschistische Kritiker_innen, die USA, andere Rapper, »die Chefs« oder den Neoliberalismus wahlweise mit Nazis, Hitler, Faschisten oder der Hitlerjugend gleichsetzen. Selbst sieht man sich eher in der Rolle von im Nationalsozialismus verfolgten Juden, wie in einem Song explizit gesagt wird.

gesellschaftskritik vs. verschwörungsideologie: which side are you on?
In der Veranstaltung im ›Club Voltaire‹ kristallisiert sich eine Entwicklung, die zur Zeit an verschiedenen Orten zu beobachten ist: Im Grenzbereich zwischen ehemals linken Akteur_innen und dem verschwörungsideologischen, rechtsoffenen Spektrum fügt sich zur Zeit einiges zusammen. Manifest wird diese Tendenz etwa in der »Volksinitiative gegen das Finanzkapital« des Linksnationalisten Jürgen Elsässer oder einem Teil des EU-kritischen Spektrums, welcher den Vertrag von Lissabon als Beginn einer faschistischen Ära halluziniert.
Vor diesem Hintergrund ist unsere Intervention beim ›Club Voltaire‹ kein Rückzug in linke Szenekämpfe, sondern eine symbolische Konfrontation mit denjenigen, die kritische Fragen nach der sozialen Wirklichkeit mit irrationalem Stuss beantworten. Denn das große Ganze ist nicht deshalb zu kritisieren, weil es durch eine Verschwörung irgendwelcher konspirativen Kreise hervorgebracht worden wäre, sondern weil es kapitalistisch zugerichtet ist.

access all areas: keine party ohne uns
»Ich fordere alle Antifaschisten dazu auf, sich an der Diskussion und vor allem an dem Auftritt am 09.10. zu beteiligen.« (Marcel W., Die Bandbreite)
Unsere Kritik gegenüber dem ›Club Voltaire‹ haben wir bisher nicht-öffentlich, konstruktiv und auf einer solidarischen Ebene vorgebracht. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung sind die Verantwortlichen jedoch bis heute ausgewichen. Kritikpunkte wurden ignoriert, leichtfertig abgetan oder diskreditiert, indem die Integrität der Kritiker_innen angegriffen wurde.
So einfach lassen wir uns nicht zum Schweigen bringen. Die Verzerrung von Gesellschaftskritik zu einer Paranoia der Schattenherrschaft irgendwelcher konspirativen Kreise ist immer eine Zumutung. An einem Ort, der das Erbe der Aufklärung für sich in Anspruch nimmt, ist sie nicht hinnehmbar. »Der ›Club Voltaire‹ gehört geistig allen, die seiner bedürfen. Also vor allem denen, die mithelfen wollen, eine interventionsfähige Linke (…) in Gang zu setzen.« (Club Voltaire, Selbstdarstellung) Wir wollen den Selbstanspruch des ›Club Voltaire‹ als Raum für linke Politik und Kultur verteidigen und werden nicht zulassen, dass er zu einer Plattform für Auffassungen verkommt, die Frauen zu Objekten männlicher Begierde reduzieren, Schwulsein als Defizit ansehen, antisemitische Stereotypen verbreiten und NS-Verbrechen relativieren.

Lasst nicht zu, dass der ›Club Voltaire‹ an verschwörungsideologische Spinner verloren geht!
Kommt zur friedlichen Blockade!

Volle Bandbreite